ebps.de.vu > Schaltungen > AVR > einfache Funkuhr

einfache DCF77-Funkuhr

Beschreibung

Diese Schaltung ist eine einfache Funkuhr für den Zeitzeichensender DCF77 in Mainflingen. Die Zeit wird auf vier Siebensegmentanzeigen angezeigt, sobald ein gültiges Telegramm empfangen wurde, auf Tastendruck kann auch das Datum (Monat und Tag) angezeigt werden. Für der Anzeige gibt es aufgrund der universellen Software unzählige Möglichkeiten. Solange keine Zeit empfangen wurde, werden nützliche Informationen über den Empfang angezeigt (Empfangene Bits, letzter Fehler, letztes empfangenes Bit). Der Doppelpunkt der Anzeige ist dann noch aus. Sobald eine Zeit empfangen wurde, leuchtet er und beginnt zu blinken (direkte Anzeige des Eingangssignals), wenn versucht wird ein neues Telegramm zu empfangen (maximal 4 Minuten am Anfang jeder Stunde).

Aufbau

Den Mittelpunkt der Uhr bildet ein ATTiny2313 (der alte AT90S2313 kann auch verwendet werden). Die Anzeige wird, je nach Typ und gewünschter Helligkeit, direkt oder über Transistoren angeschlossen. In der Software kann festgelegt werden, an welchem Port die Segmente angeschlossen sind (PORTB oder PORTD), am anderen Port werden dann die gemeinsamen Anschlüsse der Anzeige, der DCF77-Empfänger und evtl. der Taster/Schalter zum Anzeigen des Datums angeschlossen. Wird ein Schalter verwendet, springt die Anzeige alle 5 Sekunden zwischen Zeit und Datum um, wenn der Schalter geschlossen ist, bei einem Taster wird nach einem kurzen Druck das Datum für 5 Sekunden angezeigt, bevor die Anzeige zur Zeit zurückspringt.

Grundversion

In dieser Version wurde fast alles weggelassen, was nicht unbedingt nötig war. Es gibt keine Segmenttreiber-Transistoren und der DCF77-Empfänger stammt aus einem billigen Funkwecker (und verträgt keine 5 V, deshalb wird die über zwei Siliziumdioden abfallende Spannung von ca. 1,4 V verwendet). Anstelle eines Doppelpunktes oder dem Dezimalpunkt der zweiten Anzeige wird als Trennzeichen eine fünfte Siebensegmentanzeige zwischen Stunden und Minuten verwendet, da die benutzte Anzeigenplatine bereits fünf Anzeigen enthielt. Das Segment g dieser zusätzlichen Anzeige ist so angeschlossen, als sei es der Dezimalpunkt von Anzeige 2, um keine Änderungen in der Software machen zu müssen (außerdem reduziert sich die Helligkeit der Anzeigen nicht, da das Multiplexing nicht auf einer weitere Stelle erweitert werden muss).

Die 12-Stunden-Version

In dieser Version müssen von der ersten Anzeige (Stunden-Zehner, ganz links) nur die Segmente b und c angeschlossen werden. Ich habe für diese Version eine Anzeige verwendet, bei der die restlichen Segmente überhaupt nicht mit LEDs bestückt waren, zwei der anderen Segment-Eingänge waren allerdings für den Doppelpunkt und einen Dezimalpunkt hinter der dritten Stelle verwendet worden. Das Segment d wurde bei der ersten Anzeige also als Doppelpunkt zwischen den Anzeigen 2 und 3 angezeigt, während es auf den restlichen drei Anzeigen ein normales Segment war. Im Schaltplan ist eingezeichnet, wie Sie diese Version mit normalen Siebensegmentanzeigen und 2 LEDs für den Doppelpunkt nachbauen können. Soll hingegen der dp der zweiten Anzeige verwendet werden, müssen die beiden Ports am Controller vertauscht werden, da PORTD nur 7 Ausgänge für die sieben Segmente hat.

Die VFD-Version

Natürlich ist es auch möglich, eine Fluoreszenzanzeige zu verwenden, sofern diese siebensegment-förmige Anzeigen hat. In meiner Schaltung habe ich eine VFD aus dem Pollin-Anzeigensortiment, die vier Siebensegmentanzeigen, einen Punkt zwischen der zweiten und dritten Anzeige sowie mehrere Texte am unteren Rand enthält. Der Punkt ist mit dem Text "Time" gekoppelt, der deshalb auch immer mit aufleuchtet, wenn der Punkt eingeschaltet wird. Mit einer VFD sind übrigens immer Transistoren sowohl für die Segmente als auch für die Gitter (gemeinsame Anschlüsse) notwendig, da die Fluoreszenzanzeige nur mit höheren Spannungen als 5 V richtig funktioniert. Um PNP-Transistoren verwenden zu können, muss man außerdem den Trick anwenden, den Spannungsregler für die 5 V nicht wie üblich in die positive Leitung zu legen, sondern die Masse des AVR gegenüber der eigentlichen Schaltungsmasse so anzuheben, dass der AVR genau 5 V bekommt. Das kann man ganz einfach mit einem 7905-Spannungsregler für negative Spannungen (gegenüber dem Masse-Anschluss des Reglers, der hier mit der positiven Versorgungsspannung verbunden wird, die ja für die VFD und den AVR gleich ist) erledigen. Die Heizung der VFD habe ich über einen Widerstand angeschlossen, der aber recht heiß wird, da die Heizung dieser VFD einen recht hohen Strom benötigt.

Fotos

[Foto]
640 | 1280
Die Grundversion der Schaltung mit umgebauter Display-Platine aus einem alten Umdrehungszähler von unten. Die Anzeige war bereits für Multiplexing verschaltet, deshalb musste ich die Leiterbahnen rund um die mittlere Anzeige auftrennen, um sie als Dezimalpunkt-Ersatz verwenden zu können.
[Foto]
640 | 1280
Schaltung, Displayplatine und DCF77-Empfänger im Gehäuse des Umdrehungszählers. Es ist deutlich zu erkennen, dass der Empfänger aus einer größeren Platine herausgesägt wurde.
[Foto]
640 | 1280
Die Anzeigenplatine von vorne. Alle unnötigen Bauteile wurden ausgelötet, lediglich die Displaytreiber und einige Dioden verbleiben. Sie sind allerdings nicht mit irgendwelchen Anzeigenpins verbunden (zwischen Displaytreiber-ICs und Anzeigen waren Widerstände geschaltet).
[Foto]
640 | 1280
Die fertige Uhr im geschlossenen Gehäuse.
[Foto]
640 | 1280
Der fertige Aufbau der 12-Stunden-Version. Mangels Gehäuse habe ich schnell zwei alte Plastik-Leisten aneinandergeschraubt und eine "Designer"-Uhr gebastelt ;-)
[Foto]
640 | 1280
Die Schaltung ist auf der Rückseite der Uhr aufgeklebt, zusammen mit zwei Buchsen für das Netzteil und den DCF77-Empfänger
[Foto]
640 | 1280
Nahaufnahme der Schaltung. Da ich nicht mehr genug 50 Ω-Widerstände hatte, musste ich für zwei Segmente eine Parallelschaltung aus 2x 100 Ω verwenden. Rechts neben der Platine sind außerdem die Löcher, aus denen die Kabel von den Anschlüssen der Anzeige kommen, gut zu sehen.
[Foto]
640 | 1280
Der DCF77-Empfänger in einer Tic-Tac-Dose. Der Empfänger stammt diesmal aus einem "CallBoy" (Rufnummernanzeiger für eingehende Anrufe), den ich als Quelle für einen CLIP-Decoder-IC für eine andere Schaltung gekauft hatte ;-).
[Foto]
640 | 1280
Die VFD-Version zusammen mit der Anzeige auf einer Platine. Die Antenne so nah an die Schaltung zu legen empfiehlt sich allerdings nicht, der Empfang ist dann nicht mehr besonders gut. Noch nicht eingebaut ist der Jumper für die Datumsanzeige.
[Foto]
640 | 1280
Auf der Platinenrückseite ist die DCF77-Empfängerplatine aufgeschraubt. Die Antenne sollte ursprünglich in dem Gebiet ohne Kupfer festgeklebt werden, dort war allerdings gar kein Empfang mehr möglich.
[Foto]
640 | 1280
Die Uhr in Betrieb. Das fünfte Gitter mit den gelblichen Segmenten ist übrigens nicht angeschlossen, ein Transistor ist allerdings für spätere Erweiterungen bereits eingebaut.